Die Welt liegt in den Händen derer, die den Mut haben zu träumen und die das Risiko eingehen, ihre Träume zu leben.
(Paulo Coelho)
Keep your dreams alive
Bin wohlbehalten aus Auroville zurückgekommen. Habe die schöpferische Auszeit und meinen Aufenthalt in Auroville genossen, obwohl die Vereinnahmung von Auroville durch die indische Regierung weiterhin Anlass zur Sorge gibt. Dessen ungeachtet habe ich viele Inspirationen für meine weitere Tätigkeit erhalten und die Zeit zum Träumen und Nachdenken genutzt.
“Wir leben in herausfordernden Zeiten” ist ein häufig bemühter Satz, um die aktuelle Weltlage zu beschreiben. In den meisten Fällen wird diese Aussage mit dem Unterton der Betroffenheit und Klage hervorgebracht. Betroffenheit und Klage führen aber letztlich nicht zu einer Veränderung der Situation. Der Begriff “Herausforderung” kann auch konstruktiv gewendet werden:
- Worin bestehen die Herausforderungen der Zeit?
- Welche Erkenntnisse können wir aus der aktuellen Weltlage gewinnen?
- Welche Konsequenzen entstehen daraus für eine zukünftige Gestaltung unserer Lebensverhältnisse?
- Welche Handlungsanweisungen und Verhaltensweisen ergeben sich daraus?
Ich glaube, es herrscht Übereinstimmung in der Wahrnehmung, dass die Krisen in der Welt sich immer mehr zuspitzen:
- Ignoranz des Völkerrechts, Missachtung der Menschenrechte
- Zunahme autokratischer und rechtsradikaler Tendenzen
- Kriege als Mittel der Herrschaftsstrategie und Konfliktlösung
- Zunehmende Auflösung menschlicher Werte und gesellschaftlicher Zusammenhänge
- Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlage durch die maßlose Ausbeutung der Erde
- Manipulation und Kontrolle der Öffentlichkeit durch Machtkonzentrationen in den Medien etc.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich des Traumes der Mutter, der Weggefährtin von Sri Aurobindo erinnert, den sie bereits 1954 hatte und der gewissermaßen die Vision, das Manifest von Auroville darstellt:
Ein Traum
„Es sollte irgendwo auf der Erde einen Platz geben, den keine Nation als ihr Eigentum beanspruchen könnte, einen Platz, an dem alle gutwilligen Menschen, aufrichtig in ihrem Bestreben, frei als Bürger der Welt leben könnten und einer einzigen Autorität folgen, der höchsten Wahrheit. Ein Platz des Friedens, der Eintracht, der Harmonie, wo alle kämpferischen Instinkte des Menschen ausschließlich dazu benutzt würden, die Ursachen seines Leidens und Elends zu bewältigen, seine Schwäche und sein Unwissen zu überwinden, über seine Grenzen und Unfähigkeiten zu triumphieren. Ein Platz, an dem die spirituellen Bedürfnisse und die Sorge um Fortschritt Vorrang hätten vor der Befriedigung von Verlangen und Leidenschaften, dem Suchen nach Vergnügen und materiellen Genuss.
An diesem Ort würden Kinder ganzheitlich wachsen und sich entwickeln können, ohne die Verbindung mit ihrer Seele zu verlieren. Erziehung würde nicht im Hinblick auf zu bestehende Prüfungen erteilt und um Zeugnisse und Stellungen zu erhalten, sondern um die vorhandenen Fähigkeiten zu bereichern und neue hervorzubringen. An diesem Ort würden Titel und Positionen durch Gelegenheiten, zu dienen und zu organisieren, ersetzt. Für die Bedürfnisse des Körpers würde in gleicher Weise für alle Sorge getragen, und intellektuelle, moralische und spirituelle Überlegenheit würde sich in der allgemeinen Organisation nicht durch eine Vermehrung der Vergnügungen und Mächte des Lebens ausdrücken, sondern durch ein Anwachsen der Pflichten und Verantwortungen. Schönheit in all ihren künstlerischen Formen, Malerei, Bildhauerei, Musik, Literatur, wäre allen gleichermaßen zugänglich; die Gelegenheit an der Freude teilzuhaben, die sie vermittelt, würde allein durch die Fähigkeit jedes Einzelnen bestimmt und nicht durch soziale oder finanzielle Stellung. Denn an diesem idealen Platz wäre Geld nicht mehr der unumschränkte Herrscher. Individueller Wert hätte eine viel größere Bedeutung als der materiellen Reichtums und sozialer Stellung. Arbeit wäre hier nicht das Mittel, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern das Mittel, um sich auszudrücken, um seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entwickeln, während man gleichzeitig der ganzen Gemeinschaft seinen Dienst tut, die ihrerseits jeden mit seinem Unterhalt und dem Feld seiner Arbeit versorgen würde. Kurz, es wäre ein Platz, an dem die Beziehungen zwischen den Menschen, die sich gewöhnlich auf Konkurrenz und Streit gründen, durch Beziehungen des Wetteiferns um das Bessertun ersetzt würden, der Zusammenarbeit und der wahren Brüderlichkeit.“
Mit dem Slogan “Keep your dreams alive” möchte ich Euch dazu ermutigen, allen Umständen zum Trotz, an euren Träumen und Visionen festzuhalten und nach Möglichkeiten zu suchen, sie zu leben und zu verwirklichen.
In diesem Zussammenhang muss ich an John Lennon und seinen Song “Imagine” denken: “You may say I’m a dreamer. But I’m not the only one. I hope someday you’ll join us. And the world will be as one.“
Yoga-Unterricht

Wir bieten weiterhin eine Mischform aus Präsenz-, Hybrid- und Online-Unterricht an, um allen Teilnehmer/innen die Möglichkeit zu geben, am Unterricht teilzunehmen. Habe mein Kursangebot etwas reduziert. Biete Montagabend um 18.00 Uhr ein neues Format online an: „Pranayama und Meditation“. Bei Interesse am Online-Unterricht bitte die Zugangsdaten anfordern.
Studienkreis: Sri Aurobindo: Savitri – Eine Legende und ein Symbol

Textgrundlage: Buch I. Das Buch von den Anfängen, Canto 5 – Der Yoga des Königs: Der Yoga der Freiheit und Größe des Spirits (Teil 2), S. 83 – 91 (der Huchzermeyer-Übersetzung).
Das Epos Savitri gilt als die höchste Offenbarung von Sri Aurobindos Vision. Die Mutter, die Weggefährtin von Sri Aurobindo beschreibt Savitri als ein wundervolles prophetisches Gedicht, das die Menschheit zu ihrer künftigen Verwirklichung führen wird.
„Er hat das ganze Universum in einem einzigen Buch untergebracht. … Man kann sagen, dass Savitri eine Offenbarung ist. Es ist Meditation, es ist eine Suche nach dem Unendlichen, dem Ewigen. … Savitri zu lesen bedeutet in der Tat, das Göttliche zu verwirklichen. Jeder Schritt des Yoga wird hier aufgezeigt, einschließlich der Geheimnisse aller anderen Yogaarten. … Jeder Vers von Savitri ist wie ein Mantra, das alles übertrifft, was der Mensch an Wissen besitzt … Ja, alles ist da: Mystik, Okkultismus, Philosophie, die Geschichte der Evolution, die Geschichte des Menschen, der Götter, der Schöpfung, der Natur. Wie das Universum erschaffen wurde, warum, zu welchem Zweck, mit welcher Bestimmung – alles ist da. Dort findest du alle Antworten auf alle deine Fragen…
Savitri ist ein vollständiger Yoga der Transformation und dieser Yoga erscheint jetzt zum ersten Mal im Erdbewusstsein.“
An diesem Abend werden wir mit dem Textstudium des 5. Liedes „Der Yoga des Königs: Der Yoga der Freiheit und Größe des Spirits“ (Teil 2) fortfahren. Wir werden weiterhin zweigleisig verfahren: einerseits den Text in einer meditativen Haltung aufnehmen, andererseits inhaltliche Fragen besprechen und einordnen. Eingerahmt wird das Textstudium durch spirituelle Übungen und das Chanten von Mantras.
Termin: Sonntag, 12.04.2026 – 16.00 Uhr
Beitrag: € 10,–, ermäßigt € 5,–
Leitung: Ortwin Schultz
Ort: Karin Gerdes, Virchowstr. 4, 22767 Hamburg,
klingeln bei Karin Gerdes / Appartment, gelber Aufkleber
Anmeldung: bitte mit Voranmeldung
Auroville – Die Stadt des Zukunftsmenschen

Die 1968 gegründete internationale Stadt Auroville in Südindien gilt als eine der größten spirituellen Gemeinschafen der Gegenwart. Sie ist ein von der UNESCO bestätigtes multikulturelles Experiment mit zur Zeit 3.300 Mitgliedern aus über 50 Nationen, dessen wichtigstes Ziel in der Verwirklichung menschlicher Einheit liegt. Auroville möchte ein lebendiges Labor für spirituelle und materielle Forschung und Entwicklung sein, um den Evolutionsprozess der Menschheit zu fördern und neue Antworten für eine global ausgerichtete Gesellschaft zu liefern.
Nach einer Einführung in das “Projekt” Auroville durch einen Video-Vortrag werden wir über den aktuellen Entwicklungsstand berichten und über die Bedeutung Aurovilles für eine ganzheitliche gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit reflektieren.
Termin: Freitag, 24.04.2026 – 19.00 Uhr
Beitrag: Spende
Ort: Ortwin Schultz, Bundesstr. 73, 20144 Hamburg
Leitung: Ortwin Schultz